Oder: Warum man Autorinnen nachts um 3 Uhr nicht denken lassen sollte …
Es gibt Ideen, die kommen einem beim gemütlichen Kaffeetrinken.
Es gibt Ideen, die entstehen beim Spaziergang.
Und dann gibt es meine Ideen.
Die kommen nachts. Um drei Uhr. Wenn normale Menschen
schlafen und mein Gehirn offenbar beschließt, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt
wäre, ein völlig neues Projekt anzufangen.
So geschehen vor einigen Monaten.
Ich lag im Bett, hätte eigentlich schlafen sollen und dachte
plötzlich: Weißt du, was meiner Website fehlt? Ein digitales Bücherregal!
Nicht einfach eine Seite mit meinen Büchern. Das wäre ja
viel zu unkompliziert gewesen.
Ich wollte ein RICHTIGES Bücherregal.
Eines, bei dem man auf ein Buch klickt und es sich
tatsächlich öffnet. Wie ein echtes Buch. Mit Seiten, Inhalt und allem Drumrum.
Und natürlich sollte es auch noch wunderschön aussehen.
Klingt machbar, oder?
Kleine Randinformation: Ich kann nicht programmieren.
Also. So gar nicht.
Ein Bücherregal, das nicht einmal mein Freund bauen konnte
Normalerweise habe ich für solche Ideen einen ziemlich
praktischen Ansprechpartner: meinen Freund.
Wenn ich ein Regal möchte, kann er mir eines bauen.
Holz? Kein Problem.
Schrauben? Hat er.
Wasserwaage? Vermutlich auch irgendwo.
Aber diesmal?
Schatz, kannst du mir ein Bücherregal bauen?
Klar.
Für meine Website.
Stille.
Und wenn man auf ein Buch klickt, soll es sich öffnen.
Noch mehr Stille.
Und dann soll links das Cover sein und rechts stehen
Genre, Tropes, Klappentext …
Ich glaube, spätestens an diesem Punkt war klar: Dieses
Regal musste ich selbst bauen.
Ohne Holz, Schrauben oder Wasserwaage. Und vor allem: ohne
die geringste Ahnung, wie man so etwas programmiert.
Was konnte da schon schiefgehen?
Spoiler: Eine ganze Menge.
Aus Das mache ich mal eben wurden Monate
Kennt ihr das, wenn ihr eine Idee habt und in eurem Kopf
sieht alles schon perfekt aus?
Genau so war es.
In meiner Vorstellung stand da ein wunderschönes digitales
Bücherregal. Meine Bücher ordentlich nebeneinander, liebevoll eingerahmt von
einer verspielten Blumenranke.
Ein Klick auf ein Buch – und schwupps, es öffnet sich. Natürlich mit einer aufploppenden Funktion.
Links das Buchcover.
Rechts alle Informationen, die das Leserherz begehrt:
📖 Genre – damit
ihr sofort wisst, in welche Welt ihr eintaucht.
💕 Tropes – denn
manchmal reicht ein einziger Trope, um zu wissen: Dieses Buch MUSS ich lesen!
✨ Kurzinformationen – die
wichtigsten Details auf einen Blick.
🖤 Klappentext –
für den ersten Vorgeschmack auf die Geschichte.
📚 Die ersten beiden
Kapitel als Leseprobe – damit ihr direkt herausfinden könnt, ob euch meine
Geschichte in ihren Bann zieht.
🛒 Ein Link zu Amazon
– falls ihr nach der Leseprobe unbedingt weiterlesen möchtet.
So weit der Plan.
Die Realität?
Sagen wir es so: Ich habe in den vergangenen Monaten Dinge
gegoogelt, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass sie existieren. Ich
habe mich durch Anleitungen gekämpft, Einstellungen ausprobiert, Fehler
gesucht, Dinge verändert und anschließend verzweifelt versucht, sie wieder
rückgängig zu machen. Es gab Momente, in denen etwas funktionierte. Und dann
habe ich eine winzige Kleinigkeit geändert.
Plötzlich funktionierte GAR NICHTS mehr.
Warum? Keine Ahnung. Ich bin Autorin. Ich erfinde
Geschichten. Ich bringe fiktive Menschen in Schwierigkeiten und manchmal auch
wieder heraus. Aber warum ein digitales Buch plötzlich beschließt, nicht mehr
aufzuklappen? Das gehört definitiv nicht zu meinen Kernkompetenzen.
Zwischen Schreibmaschine und digitalem Wahnsinn
Das eigentlich Verrückte an der ganzen Geschichte? Ich bin
nicht einmal besonders technikverliebt. Ich bin eine Autorin, die teilweise
noch mit der Schreibmaschine plottet.
Ja, richtig gelesen.
Während andere ihre Geschichten mit ausgeklügelten digitalen
Planungssystemen organisieren, sitze ich manchmal vor meiner Schreibmaschine
und tippe meine Gedanken ganz altmodisch aufs Papier.
Ich liebe dieses Geräusch.
Dieses Klackern der Tasten.
Dieses Gefühl, dass eine Geschichte nicht nur im Kopf,
sondern ganz real auf Papier entsteht.
Und genau diese Autorin hat sich in den Kopf gesetzt, ein
interaktives digitales Bücherregal zu erschaffen.
Man könnte sagen, ich bin irgendwo zwischen Nostalgie und
technischem Größenwahn unterwegs.
Tagsüber Schreibmaschine. Nachts Website-Baustelle.
Eine Kombination, die vermutlich niemand kommen sah. Am
allerwenigsten ich selbst.
Und dann waren da noch die Blumen … 🌸
Natürlich hätte ich es mir einfach machen können.
Ein paar Buchcover auf die Website setzen. Fertig.
Aber nein.
Wenn schon Bücherregal, dann bitte eines, das zu mir und
meinen Geschichten passt. Ich wollte etwas Besonderes. Etwas, bei dem man nicht
einfach nur auf ein Cover klickt, sondern das Gefühl bekommt, ein kleines Stück
meiner Bücherwelt zu betreten. Also bekam mein Regal eine wunderschöne
Bücher-Blumenranke. Wenn man schon monatelang an einem digitalen Regal
verzweifelt, dann soll es am Ende wenigstens verdammt hübsch aussehen!
Und genau das tut es jetzt.
Meine Bücher haben ihren eigenen kleinen Platz bekommen.
Einen Ort, an dem ihr stöbern, entdecken, reinlesen und euch
vielleicht schon ein bisschen in die nächste Geschichte verlieben könnt.
Der Moment, in dem plötzlich alles funktioniert
Und irgendwann war er da. Dieser eine Moment. Ich klickte
auf ein Buch. Es öffnete sich. Links das Cover. Rechts die Informationen. Genre.
Tropes. Klappentext. Die Leseprobe. Der Link zu Amazon. Alles genau so, wie ich
es mir damals nachts um drei vorgestellt hatte. Ich saß vor dem Bildschirm und
starrte mein digitales Bücherregal an. Und wisst ihr was? ICH WAR SO
VERDAMMT STOLZ! Nicht, weil es für jemanden mit Programmierkenntnissen
vielleicht eine Kleinigkeit gewesen wäre. Sondern weil es für mich eben keine
Kleinigkeit war. Weil ich bei null angefangen habe. Weil ich zwischendurch
vermutlich hundertmal dachte: Warum tue ich mir das eigentlich an? Und
weil ich trotzdem weitergemacht habe. Monatelang. Bis aus einer
völlig verrückten Drei-Uhr-nachts-Idee etwas geworden ist, das tatsächlich
funktioniert. Und das auch noch richtig schön aussieht.
Manchmal muss man einfach anfangen – auch ohne Ahnung
Ich glaube, das ist es, was mich an meinem neuen Bücherregal
am meisten freut. Es ist nicht einfach nur eine hübsche Funktion auf meiner
Website. Es ist ein kleines Stück selbst erkämpfter Wahnsinn. Ein Beweis dafür,
dass man nicht immer schon wissen muss, wie etwas funktioniert, bevor man damit
anfängt. Manchmal reicht es, eine Idee zu haben. Und eine ordentliche Portion
Sturheit. Sehr viel Kaffee. Viele, viele Nerven. Aber am Ende steht da etwas,
auf das man schaut und denkt:
Kommt vorbei und stöbert in meinem neuen Bücherregal! 📚🌸
Falls ihr also demnächst auf meiner Website unterwegs seid,
schaut unbedingt bei meinem neuen digitalen Bücherregal vorbei. Klickt auf die
Bücher. Blättert durch die Informationen. Entdeckt die Tropes. Lest in die
ersten beiden Kapitel hinein. Und bewundert ruhig auch ein kleines bisschen die
Blumenranke. Die hat schließlich ebenfalls ihre Aufmerksamkeit verdient. Ich
hoffe, ihr habt beim Stöbern genauso viel Freude wie ich beim Anblick meines
fertigen Regals. Na gut. Hoffentlich habt ihr deutlich mehr Freude, als ich
zwischendurch beim Bauen hatte. 😂
Aber eines kann ich euch sagen: Ich liebe mein neues
Bücherregal. Und sollte mir heute Nacht um drei Uhr wieder irgendeine grandiose
Website-Idee einfallen …
… dann hoffe ich inständig, dass ich einfach weiterschlafe.
Obwohl … Eine kleine Animation, wenn man die Bücher
umblättert, wäre eigentlich auch ganz hübsch, oder? Oh nein. Es geht
schon wieder los. 🤦♀️📚
Und das Regal wächst weiter … 📚🌸
Ach ja, und bevor jetzt jemand denkt, ich könnte mich
entspannt zurücklehnen und mein fertiges Meisterwerk bewundern: Pustekuchen! 😂
Denn das war natürlich erst der Anfang. Schließlich stehen noch weitere
Buchreihen in den Startlöchern, und die wollen irgendwann auch ihren ganz
eigenen Platz in meinem digitalen Bücherregal haben. Bedeutet: Neue Reihen,
neue Regalböden, neue Herausforderungen! Ob das alles so funktioniert, wie ich
es mir vorstelle? Keine Ahnung. Ob ich wieder stundenlang vor dem Bildschirm
sitzen und mich fragen werde, warum zur Hölle ein Buch plötzlich drei
Zentimeter neben dem Regal schwebt? Vermutlich. Ob ich trotzdem weitermache?
Aber sowas von! Schließlich soll mein kleines digitales Bücheruniversum mit
jeder neuen Reihe wachsen. Und wer weiß, vielleicht bin ich irgendwann
tatsächlich so etwas wie eine Programmiererin. Eine, die mit der
Schreibmaschine plottet und nachts um drei digitale Bücherregale baut.
Man muss schließlich nicht alles verstehen, was man mit genügend Sturheit zum Laufen bringt. 🖤
Alles Liebe
Eure Lilith Wylde 🖤











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